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Foto: Stefan Kraus 2016

Herr, mein Herz ist nicht stolz, nicht hochmütig blicken meine Augen.
Ich gehe nicht um mit Dingen, die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

Ich ließ meine Seele ruhig werden und still;
wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.

Harre auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit!

Psalm 131, Der Frieden in Gott

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Eine Skizze

 

Vielleicht kann man sich an den Gedanken gewöhnen, dass im 21. Jahrhundert es für alle Religionen an der Zeit sein könnte, vorrational-magisches Bewusstsein in rationales und transrationales Bewusstsein zu überführen.

Vielleicht kann man sich an den Gedanken gewöhnen, dass sich auch das Christentum und Christ-Sein von aller Magie befreien ließe. Dass Jesus von Nazareth nur ein Mensch war, seine Gottessohnschaft keine physische Personalisierung Gottes und keine Vergottung der physischen Person Jesu bedeutet.

Vielleicht kann man sich an den Gedanken gewöhnen, dass den dunkelhäutigen Mann aus Nazareth mit den kurzen schwarzen Haaren diese Gotteskindschaft nicht separiert. Dass dieser Mann namens Jeschua nach seinem Tod nicht leiblich auferstand und es keine physische Himmelfahrt gab.

Vielleicht könnte man sich daran gewöhnen, dass dieser junge Wanderprediger aus Nazareth eine Lehre (Botschaft) hatte, gelehrt in Worten und Lebensführung. Eine Lehre, die aus religiösen, spirituellen, psychologischen, sozialen und ethischen Elementen besteht. Eine Lehre, die selbstverständlich auch der Kultur ihrer Zeit unterlag, und der Fortentwicklung unterliegen darf (und sollte). Eine Lehre, die uns auch nötigt, selbständig nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen.

Vielleicht könnte man sich daran gewöhnen, dass dieser Jeschua eben nicht Anbetung seiner Person einforderte, sondern einlud, ihm zu folgen, zu werden wie er: Ein Sohn (oder eine Tochter) Gottes, ein Gesalbter – ein Christ(us), ein Erlöser für sich und andere. Dass er uns eine persönliche und liebende Gottesbeziehung beibringen wollte, die keine Vermittler (Priester) benötigt, und uns nicht (oder nicht nur) auf ein „Jenseits“ ausrichtet, sondern ein Leben im Hier und Jetzt und in Fülle schenken soll.

 

Vielleicht ließe sich denken,
dass Jesus von Nazareth nicht der Kern des Christentums ist,
sondern der Ausgangspunkt.

 

Und dass nach ihm andere wahre Söhne und Töchter Gottes kamen und kommen werden – auch in anderen Religionen und außerhalb der Religionen.

 

Der Kern des Christentums ist nicht Jesus,
sondern Christus.

 

Und (ein) Christus ist (potentiell) jeder Christ. Ein Kind Gottes. Sohn oder Tochter Gottes. Eins mit dem „Vater“.

Jesus Christus. Paulus Christus. Giovanni Battista Bernardone Christus. Theresa Christus. Ali Christus. Otto Christus. Britta Christus.
 

 

Gott, wer darf in dein Heiligtum kommen, wer im Höchsten verweilen?
Wer untadelig lebt und tut, was recht ist, und Wahrheit redet von Herzen.
Wer niemanden verleumdet, keinem ein Unrecht zufügt und nicht schlecht von anderen spricht.
Wer verwirft, was Gott verworfen hat, aber ehrt, was Gnade vor ihm findet;
wer sein Wort hält, auch wenn es ihm schadet.
Wer keine Zinsen für verliehenes Geld fordert und sich nicht bestechen lässt, gegen Unschuldige auszusagen.
Wer so handelt, steht für immer auf sicherem Grund.

Tanach / Altes Testament, Psalm 15

Rechte Einsicht,
rechte Gesinnung,
rechte Rede,
rechtes Handeln,
rechter Lebenserwerb,
rechtes Streben,
rechte Achtsamkeit,
rechte Sammlung.

Edler Achtfacher Pfad des Buddhismus

„My experience of God is too big for one religion.
My experience of people is too broad for one tribe.
I love my roots, but refuse to be a religious bonsai.“

Rabbi Rami Shapiro

“Wisse, bevor die Emanationen emanierten
Und Geschöpfe erschaffen wurden
Gab es nur das einfache höhere Licht, welches die ganze Wirklichkeit ausfüllte.
Und es gab keinen leeren Raum und keine leere oder unausgefüllte Atmosphäre.
Sondern es war alles voller jenes unendlichen einfachen Lichtes.
Und dieses hatte weder Anfang noch Ende,
Sondern es war alles einziges einfaches vollkommen gleichmäßiges Licht, und dieses hieß:
Licht der Unendlichkeit.
Und als in Seinem einfachen Willen der Wunsch wach wurde, die Welten zu erschaffen und die Emanationen zu emanieren,
Und dabei die Perfektion
Seiner Taten, Seiner Namen, Seiner Bezeichnungen erleuchten zu lassen,
Wurde das zum Grund der Erschaffung der Welten.
Und siehe, sodann schränkte sich die Unendlichkeit in ihrem zentralen Punkt ein,
Exakt im Zentrum
Und jenes Licht kontrahierte
Und entfernte sich weit an die Ränder dieses Punktes.
Und sodann blieb leerer Raum, ein Vakuum,
Von diesem mittleren Punkt.
Und siehe, diese Kontraktion war vollkommen gleichmäßig
Um diesen leeren mittleren Punkt herum.
So, dass jener leerer Raum
Von allen Seiten in vollkommener Gleichmäßigkeit kreisförmig wurde.
Und siehe, nach der Einschränkung
Nach welcher leerer Raum und Vakuum entstand,
Im exakten Zentrum des unendlichen Lichtes,
War nun Raum da,
In dem Geschöpfe, und Emanationen und Kreaturen existieren konnten.
Sodann zog sich aus dem Unendlichen Licht ein einziger Lichtstrahl
Und stieg herab ins Innere jenes Raumes
Und entlang dieses Strahls erschuf, formte und machte und kreierte Er alle Welten.
Bevor diese Welten ins Leben gerufen wurden,
Gab es nur Unendlichkeit, und ihr Name war Eins,
In einer so herrlichen und verborgenen Einheit,
Dass sogar den Engeln, die Ihm am nächsten standen,
Die Kraft zur Erkenntnis der Unendlichkeit fehlte,
Und es gibt keinen Verstand, der Ihn erfassen könnte,
Denn Er hat keinen Ort, keine Grenzen, keinen Namen.“

ARI Isaak Luria, 1534-1572
Ez Chaim, „Baum des Lebens“

Durch Zufall stieß ich kürzlich auf die Gematria der jüdischen Mystik: Im hebräischen Alphabet existierten für Zahlen keine speziellen Zeichen, so dass man auch für Zahlen die Buchstaben selbst verwendete. Auf diese Weise konnte und kann ein Wort im Hebräischen gleichzeitig als Zahlenfolge gelesen werden, die sich auf unterschiedliche Arten zu anderen Zahlenfolgen in Beziehung setzen lässt, was zur Schriftdeutung, aber auch zur Meditation dient.

So bedeutet das hebräische Wort Achad im Deutschen Das Eine und bildet den Zahlenwert 13 (1+8+4).  Ahawa bedeutet Liebe und hat ebenfalls den Zahlenwert 13 (1+5+2+5). In der Gematria sind nun diese beiden Worte austauschbar und bzw. oder ineinander umformulierbar (!). Aber mehr noch: Die Summe beider Zahlenwerte der Worte Achad und Ahawa, Das Eine und die Liebe, beträgt 26, und das ist der Zahlenwert von Jahwe (10+5+6+5).

Ganz gleich, wie man zur Gematria steht, ob man sie als unmittelbares Mysterium, oder als eine magisch-mystizistische Angelegenheit betrachtet: Sie eignet sich wunderbar zur Meditation.

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