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Es ist wieder Ostern, und das Osterlamm, das Lamm Gottes [lat. Agnus Dei], rückt für eine Weile in den Bewusstseinsfokus unserer christlich geprägten Gesellschaft.

„An den Nordseedeichen sind große und kleine Schafe wieder unermüdlich grasend unterwegs. Herzerweichend besonders im Frühjahr, wenn die niedlichen Osterlämmchen ihren Müttern nicht von den Hufen weichen.“   (Nordfriesische Lammtage 2015)

Ostern. Eine besondere Zeit für Christen, Gourmets und Tierschützer.

 

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„Hast du ein verlangendes Herz,
oder ein narkotisiertes?“

Papst Franziskus

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Sie halten das, was Sie in diesem Video sehen, für einen verwerflichen Einzelfall? Schauen Sie doch mal hier, oder hier.

Gestern hatte ich Einsicht in eine Schlachthausgenehmigung. Für ein nicht mal sonderlich großes Schlachthaus. Provinziell eher. Bis zu 3000 Rinder und 2000 Schafe. Pro Woche. Was denken Sie, wie „human“ so etwas abgehen kann? Waren Sie mal in einem Schlachthaus? Und da ist es auch – mit Verlaub – scheißegal, ob es sich um „Bio“-Fleisch handelt oder nicht. Bio heißt Leben (griech.), nicht Tod.

Aber es geht ja nicht mal „nur“ um das Schlachten. Man muss bei dem heutigen medialen Informationsangebot schon ein ziemlich „narkotisiertes Herz“ – oder einen wahrhaft extremen Tunnelblick – haben, wenn man das Geschehen in der „Nutztierhaltung“ nicht bemerkt, oder den betroffenen Wesen das Mitgefühl verweigert.

Sobald Sie dem „lieben Gott“ die Türe zu Ihrem Herzen mal ganz öffnen, und nicht bloß durch einen kleinen Spalt etwas von seinem Licht zu sich hereinlassen, wird er sich Ihres Innenraumes bemächtigen und Sie entmachten. Seine Liebe wird Ihre Wohlfühlperspektiven gnadenlos zerfetzen. So leicht werden Sie keine Ruhe mehr finden. Gottes Liebe ist kein Kuschelkissen, auf dem man sich ausruhen kann. Und ich habe keinen Zweifel daran, dass Sie erst dann so richtig etwas von Ostern verstehen werden, von Passion, Sterben und Auferstehung des immer-noch-mensch-werdenden, liebenden Gottes.

„Herzerweichend besonders im Frühjahr, wenn die niedlichen Osterlämmchen ihren Müttern nicht von den Hufen weichen.“ „Für Gourmets ein Hochgenuss“, geht es auf derselben Internetseite weiter (s.o.). Herzerweichend. So vom Herzen des Menschen zu sprechen, ist ein Symptom der morbid-pathologischen Wohlfühlperspektive unserer christlich-abendländischen Kultur. Herzerweichend. Auch dafür stehen Gründonnerstag und Karfreitag: Wir töten und essen, was wir lieben. Die Kreuzigung spiegelt unser Bewusstsein wider. Doch wir verklären das, statt es zu verstehen. Ostern: Das ist die Auferstehung eines neuen Bewusstseins. Eines Bewusstseins des Lebens. Kann uns das gelingen?

Mit der Kreuzigung endet Gottes Diplomatie.

 

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Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein (…).
Sein Leben war das eines Menschen.

Philipper 2,6-7

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,
zum Bilde Gottes schuf er ihn.

Gen 1,27

Das „Bild Gottes“ lebt in der Person des Mannes aus Nazareth, den die Christen Jesus Christus nennen. In seinem Geheimnis (Mysterium) der Nähe und Verbundenheit mit Gott („Vater“), das zur gelebten Poesie der Liebe, zur Hinwendung an die Schwächsten, Kleinsten und Ärmsten wird, zu Erbarmen, Gnade und Heil(ig)ung, erkennt der mystisch begabte Mensch auf seine Weise, was Jesus von Nazareth meint, wenn er sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6). Dazu braucht es keine komplexe Theologie, die dem Mann aus Nazareth das Attribut unerreichbarer Einzigartigkeit zu verleihen sucht und ihn damit letztlich seiner Menschlichkeit beraubt; einer Menschlichkeit, die stets und immer auch Irrtum, Verfehlung und Schwäche einschließt. Jesus von Nazareth ist Beispiel, nicht Ausnahme.

Wann immer das Licht der Liebe in einer Seele entflammt, wird Gott im Menschen geboren – ist Weihnachten. Wann immer sich Herzen verschwistern, oder sich dem Leid eines Menschen, eines Tieres oder der Schöpfung zuwenden, lebt und lehrt der erlösende Christus, Gott im Menschen. Wann immer wir die Hand gegeneinander oder gegen die Schöpfung erheben, foltern und töten wir die Liebe Gottes in uns, kreuzigen wir unser Christusleben. Wann immer wir verzeihen und uns wieder annehmen in Liebe, wird Christus in uns auferstehen – ist Ostern.

Man könnte in diesen Worten ein bloßes Sprachbild, eine Reduktion des Christentums, und eine schlichte Umbenennung ethischer Grundforderungen sehen. Um die dahinter stehende sprachlose Tiefe des All-Einen zu erblicken, bedarf es mehr als Herz und Verstand. Es bedarf dessen, was man religiös Geist nennt. Spiritualität. Und dieser Geist ist nicht exklusiv, sondern inklusiv. Er schließt niemanden aus, der sich ihm öffnet, und alle ein, die sich ihm nicht öffnen. Das ist Trinität und Kreuzzeichen: Im Namen des All-umfassend-Einen (Vater), des sich in diesem Einen erkennenden Menschen (Sohn), und des (heiligen) Geistes, der den Menschen über sich selbst hinausweist.

Sein Leben war das eines Menschen. Geschaffen zum Bilde Gottes. Nicht umgekehrt. Gott zu reduzieren auf eine (anthropomorphe) Personifikation wäre nichts anderes als eine geist-lose, infantile Glaubensvorstellung; eben jenes Bild, das Gott von sich zu schaffen verbot (Ex 20,1-5). Jesus von Nazareth wollte mit dem „Vater“-Begriff kein solches Bild von Gott schaffen, sondern umgekehrt mit einem Sprach-Bild seine Gottesbeziehung vermitteln; die („väterliche“) Zuneigung Gottes nicht nur (exklusiv) zu sich, sondern zu den Menschen: „Euer Vater“ und „Unser Vater“. Menschen als Söhne und Töchter Gottes. Brüder und Schwestern des Mannes aus Nazareth, der uns einlud, seinem Beispiel zu folgen.

Ich weiß: Immer wieder versage ich, und lebe gegen die Liebe, statt in ihr. Mein Leben ist das eines Menschen. Und dennoch bin ich geschaffen zum Bilde Gottes. Möge es mir ein wenig gelingen, dieses Bild in meiner Person leben zu lassen.

 
Wann gelingt es uns, damit aufzuhören, Gott nach unserem Bilde zu erschaffen, und zuzulassen, dass Gott uns nach seinem Bilde erschafft (Gen 1,27)?

Wann gelingt es uns, Gott nicht länger als ein Ding, als ein Etwas anzusehen, und damit zu beginnen, Gott als das in der „Schöpfung“ prozesshafte, von einer gesonderten Eigenexistenz leere Sein, Gott wesentlich als Beziehung, zu erkennen, deren Wirkkraft und Verdichtung menschliche Begriffe Liebe nennen?
 
 

„Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung.“
Römer 11,36

 

 

 

Ich bin Mystiker,
und kein Fürwahrhalter.

Mein Glaube ist vor allem ein Vertrauen
in die erfahrbare liebende Mitte des Menschen,
die ich Gott im Menschen nenne,

und die Vision einer zärtlicheren Welt.

 

(Notizbucheintrag)

 

 

Foto: Stefan Kraus 2013 .
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Gott,
wenn ich es sein soll,
durch den Du diesen Menschen lieben willst,
dann lasse mich Dir nicht im Wege stehen.

Weißt du, dass sich in der Mitte deines Herzens eine Kammer befindet? Sie ist gefüllt mit der Liebe Gottes zu dir, und mit deiner Liebe zu Gott. Immer wenn du die Augen schließt und es still wird in dir, dann öffnet sich die Türe zu dieser Kammer. Du kannst eintreten, um in ihrem Licht zu erlöschen, und neu hineingeboren zu werden in die Liebe, die sie ausfüllt.

Weißt du, was eines Tages mit dieser Kammer geschehen kann? Ein anderer Mensch nutzt einen kurzen Moment, in dem die Türe noch einen kleinen Spalt offen steht, weil du sie beim Verlassen der Stille nicht wieder ganz geschlossen hast… Dieser andere Mensch schleicht sich hinein, und sogleich füllt sich die Kammer mit seiner Liebe zu dir, und diese Liebe ist die gleiche wie deine Liebe zu ihm.

Weißt du, dass Gott dann manchmal leise an der Türe der Kammer anklopfen wird? Irgendwann macht dann die Liebe des anderen Menschen, die auch deine Liebe zu ihm ist, auf und spricht zu Gott: „Ey, is besetzt. Du kommst hier net rein.“ Und Gott antwortet: „Bin ja längst drin. Ist schön, Du zu sein.“

Foto: Stefan Kraus
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Die Liebe
ist die einzige Macht,
die uns ein Stück
von jener Welt zeigt,
wie Gott sie meinte,
als er uns erschuf.

Eugen Drewermann

„Es war ein Strom mystischer Einsfühlung,
in den nicht nur die Mitmenschen,
sondern alle Kreaturen (…)
mit einbeschlossen waren.“

Aus: Der Liebhaber der Armut
in: Franz von Assisi – Geliebte Armut
Hrsg. Thomas und Gertrude Sartory
Herder Spektrum 1991. S. 19

„Kein Wunder, daß das Feuer und andere Geschöpfe
ihm willfährig waren und ihre Ehrfurcht vor ihm bekundeten;
denn wir, die wir mit ihm zusammenlebten, haben oft gesehen,
wie er sie innig liebte und Freude an ihnen hatte
und wie er ihretwegen im Geist von zartem Mitleid gerührt war,
wenn er mitansehen mußte, daß man sie grob behandelte.
Er pflegte mit ihnen in sichtbarer Herzensfreude zu reden,
als würden sie Gott empfinden, verstehen und von ihm reden,
und oft ward er bei solchem Anlaß in Gott entrückt.“

Aus: Spiegel der Vollkommenheit
in: Franz von Assisi – Geliebte Armut
a.a.O. S. 103

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Gott

hört nicht auf

mich anzulächeln.

„Denn einzig den Liebenden verdichtet sich in der Gegenwart des anderen so sehr alle Bedeutung des Lebens und aller Wert der Welt, daß sie schon hier auf Erden vermeinen, in seiner Nähe dem Himmel nahe zu sein; einzig den Liebenden erscheint die Anwesenheit des anderen wie die Barke der Sonne am Gestade der Ewigkeit zur Überfahrt in die nie verlöschende Welt des Lichts; und einzig die Liebenden werden sich fühlen, wie wenn über den Jaru-Feldern des Himmels an den Ufern des überirdischen Nils die Sonne im Singen der Sphären sich zu einem unvergänglichen Morgen erhöbe ohne Mühsal und Plage. (…) Für einen jeden Menschen, der liebt, erscheint der andere wie das kostbarste Kunstwerk des Himmels, wie das vornehmste Abbild des Göttlichen, wie ein Sakrament, dessen leibhaftige Erfahrung alle Seligkeit des Paradieses verheißt und vorwegnimmt. (…)

Immer sind wahrhaft religiöse Lieder Liebeslieder, und immer auch sind wahre Liebeslieder an die Macht der Liebe im Hintergrund alles Geschaffenen gerichtet. Unser Herz besitzt offenbar nur diese eine Kraft, die durch das Tal der Bedürftigkeit in der Gestalt eines einzelnen menschlichen Gegenübers sich in das Meer der Unendlichkeit verströmen will, und jede Unterdrückung der Liebe, so fromm und moralisch, so rein und heilig, so sittsam und sittig sie sich auch gerieren mag, ist immer auch eine Form der Gottesverleumdung und Gottesverleugnung. (…) Alle Schönheit des Himmels, alle Güte der Welt, aller Segen des Göttlichen versammelt sich in dem Menschen, den wir am meisten lieben. (…) Allein in der zauberischen Magie der Liebe fließen einem Menschen Kräfte zu, durch die die ganze Welt sich wandelt. Immer wird daher in der Gestalt eines Menschen der Liebe etwas vom Wesen des Göttlichen sichtbar (…).“

Eugen Drewermann: Dein Name ist wie der Geschmack des Lebens, Herder Spektrum, Freiburg 1986/1992, S. 74 ff.

Wie die wärmenden Sonnenstrahlen
an einem Frühlingsmorgen
beginnt Gottes Licht zu scheinen
gegen die Kälte der Welt.

Möge dein Dasein
in ihm erblühen.

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Meine Internetpause wird noch eine Weile andauern. Ich bitte um Verständnis.

© Stefan

 

 

 

Als Kind

kennst du

die Hoffnung

noch nicht.

 

 

Als alter Mensch

kennst du

die Hoffnung

oft nicht mehr.

 

 

Was liegt für dich dazwischen?

 

Gott liebt dich.

Jeden Tag.

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