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„Warum rede ich überhaupt noch mit euch?
Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten.“

Joh 8,25-26

Jesus von Nazareth konnte ganz schön genervt sein, ruppig, manchmal arrogant, jähzornig und einmal sogar gewalttätig (Tempelreinigung). So manche Bibelstelle lässt sich dazu ausmachen. Wie lässt sich das mit seiner Lehre von Liebe, Friedfertigkeit, Güte und Barmherzigkeit vereinbaren? In der Bergpredigt lehrt er, dass Verfehlungen nicht erst in den Taten liegen, sondern bereits mit Gedanken und Worten beginnen. Warum scheint er sich zumindest gelegentlich nicht selbst daran zu halten?

Was würde eine einfache Antwort bedeuten?

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Hagen hat mir im Rahmen des „Blog Award“ ein paar Fragen gestellt, die ich hier zunächst beantworten möchte, bevor ich auf den Titel dieses Beitrags zurück komme.

1. WARUM HAST DU ANGEFANGEN ZU BLOGGEN?

Ursprünglich schrieb ich auf Papier. Das ebbte irgendwann ab, und mit der Zeit schienen die Gedanken ungeordnet mein Hirn zu fluten. So begann ich, nur für mich zu bloggen (Seelengrund war nicht mein erster Blog), um regelmäßig einen Gedanken in eine Form zu gießen: Die Veröffentlichung zwang und motivierte mich zu Sorgfalt und Disziplin. Unerwartet fand ich eine Leserschaft, und machte einfach weiter.

2. WAS WAR DIE SCHÖNSTE REAKTION, DIE DU WEGEN DEINES BLOGS ERHALTEN HAST?

Das war wohl weniger ein Einzelereignis, als vielmehr insgesamt das Erhalten von neuen Impulsen im Austausch.

3. WAS WAR DIE MIESESTE REAKTION, DIE DU WEGEN DEINES BLOGS ERHALTEN HAST?

An miese Reaktionen habe ich keine Erinnerungen. Da gab es wohl keine.

4. WAS ERFÜLLT DICH INNERLICH (UND WARUM)?

Liebe.

Warum? Vielleicht weil es unsere Essenz ist.

5. WAS HINDERT DICH DARAN ZU LEBEN (UND WARUM)?

Das kann ich nicht beantworten, da ich nicht weiß, was mit dieser Frage gemeint ist.

6. WAS MACHT DICH WÜTEND (UND WARUM)?

Gleichgültigkeit. Kälte. Hass. Feindschaft. Zerstörung. Geistige Enge und geistige Abschottung. Rücksichtsloser Egoismus. Nichtnutzung von Intelligenz. Krieg. Machtstreben. Grobe Ungerechtigkeit. Lärm. Nationalismus. Kulturelle Verflachung. Anthropozentrismus. Noch manches mehr.

Warum? Ich weiß es nicht.

7. WAS MACHT DICH TRAURIG (UND WARUM)?

Das gleiche, was mich wütend macht.

Warum? Auch das weiß ich nicht.

8. WAS MUSS GESCHEHEN SEIN, DAMIT DU AM ENDE DEINES LEBENS SAGEN KANNST, DASS DEIN LEBEN SINNVOLL GEWESEN IST?

Geliebt zu haben und geliebt worden zu sein.

9. WAS IST DEINE LIEBSTE JAHRESZEIT (UND WARUM)?

Der Sommer. Weil ich Licht und Wärme mag.

10. WIE SIEHT DEINE IDEE EINER IDEALEN GESELLSCHAFT AUS?

Nun weiß ich nicht, was du unter „Gesellschaft“ verstehst. Aber da du nach meinem Ideal fragst, projiziere ich den Begriff mal in die Zukunft und verstehe darunter eine globale Gemeinschaft. Mein Ideal liegt dann irgendwo dort, wo mir zu Frage Nr. 6 keine Antwort mehr einfallen würde.

11. WO VERORTEST DU DICH MUSIKALISCH?

Stilistisch ohne festen Wohnsitz, mit besonderem Heimatgefühl in der sog. Klassik. Nur Schlager, volkstümliche Musik und kommerzielle Ware darf’s nicht sein.

***

Ob Für oder Wider – das Thema „Gott“ ist weltweit ein Dauerbrenner. Aber sprechen und schreiben die Menschen dabei wirklich über das Gleiche? Können die Menschen, die ihre Meinung zu diesem Thema vertreten, überhaupt definieren, was sie unter „Gott“ verstehen?

Hier meine Fragen:

      1. Was verstehst du unter „Gott“?
      2. Welche gedanklichen Gründe führen dich zu diesem Verständnis des Gottesbegriffs?
      3. Welche Erfahrungen führen dich zu diesem Verständnis des Gottesbegriffs?
      4. Welche Haltung nimmst du ein gegenüber anderen Verständnissen des Gottesbegriffs?

Über Antworten von jeder und jedem, der dies hier liest, würde ich mich freuen, und bitte insbesondere um Antwort (was als Nominierung aufgefasst werden darf, aber nicht muss):

Provinzthomismus
Gott und Co.
bilder und gedanken
fromm oder nicht

Foto: Stefan Kraus 2016

Herr, mein Herz ist nicht stolz, nicht hochmütig blicken meine Augen.
Ich gehe nicht um mit Dingen, die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

Ich ließ meine Seele ruhig werden und still;
wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.

Harre auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit!

Psalm 131, Der Frieden in Gott

150054
 
Wenn die Frage nach Gott kein Ende findet, ist sie dann vielleicht sich selbst bereits Antwort?

*

Der neue Bund, den ich mit euch schließen will,
wird völlig anders sein,
als der alte Bund, an dem ihr hängt und festhaltet,
den ihr gebrochen habt und brechen werdet:

Ich werde euch mein Gesetz nicht auf Steintafeln,
sondern in euer Herz einschreiben.

Ich werde euer sein
und ihr werdet mein sein.

Niemand muss dann noch seine Freunde und Feinde belehren
oder einfordern, mich auf seine Weise kennenzulernen.
Es unterscheidet euch in mir nicht,
welchen Glaubens oder Nicht-Glaubens ihr seid,
welcher Religion ihr anhängt,
oder wie ihr mich nennt.

Denn alle in diesem Bund werden dann wissen,

wer ich bin,

von den Geringsten bis zu den Vornehmsten,
von den Dümmsten bis zu den Schlauesten,
von den Kleinsten bis zu den Größten,
von den Ärmsten bis zu Reichsten,
von den Schwächsten bis zu den Stärksten,
und von den Mächtigsten bis zu den Ohnmächtigsten.

Das sage ich,
der sie führen wird
in Freiheit.

Ich will ihre Sonderung von mir nehmen
und sie aufnehmen
in die eine Liebe.

*

(nach) Jeremia 31,32-34

.

Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein (…).
Sein Leben war das eines Menschen.

Philipper 2,6-7

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,
zum Bilde Gottes schuf er ihn.

Gen 1,27

Das „Bild Gottes“ lebt in der Person des Mannes aus Nazareth, den die Christen Jesus Christus nennen. In seinem Geheimnis (Mysterium) der Nähe und Verbundenheit mit Gott („Vater“), das zur gelebten Poesie der Liebe, zur Hinwendung an die Schwächsten, Kleinsten und Ärmsten wird, zu Erbarmen, Gnade und Heil(ig)ung, erkennt der mystisch begabte Mensch auf seine Weise, was Jesus von Nazareth meint, wenn er sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6). Dazu braucht es keine komplexe Theologie, die dem Mann aus Nazareth das Attribut unerreichbarer Einzigartigkeit zu verleihen sucht und ihn damit letztlich seiner Menschlichkeit beraubt; einer Menschlichkeit, die stets und immer auch Irrtum, Verfehlung und Schwäche einschließt. Jesus von Nazareth ist Beispiel, nicht Ausnahme.

Wann immer das Licht der Liebe in einer Seele entflammt, wird Gott im Menschen geboren – ist Weihnachten. Wann immer sich Herzen verschwistern, oder sich dem Leid eines Menschen, eines Tieres oder der Schöpfung zuwenden, lebt und lehrt der erlösende Christus, Gott im Menschen. Wann immer wir die Hand gegeneinander oder gegen die Schöpfung erheben, foltern und töten wir die Liebe Gottes in uns, kreuzigen wir unser Christusleben. Wann immer wir verzeihen und uns wieder annehmen in Liebe, wird Christus in uns auferstehen – ist Ostern.

Man könnte in diesen Worten ein bloßes Sprachbild, eine Reduktion des Christentums, und eine schlichte Umbenennung ethischer Grundforderungen sehen. Um die dahinter stehende sprachlose Tiefe des All-Einen zu erblicken, bedarf es mehr als Herz und Verstand. Es bedarf dessen, was man religiös Geist nennt. Spiritualität. Und dieser Geist ist nicht exklusiv, sondern inklusiv. Er schließt niemanden aus, der sich ihm öffnet, und alle ein, die sich ihm nicht öffnen. Das ist Trinität und Kreuzzeichen: Im Namen des All-umfassend-Einen (Vater), des sich in diesem Einen erkennenden Menschen (Sohn), und des (heiligen) Geistes, der den Menschen über sich selbst hinausweist.

Sein Leben war das eines Menschen. Geschaffen zum Bilde Gottes. Nicht umgekehrt. Gott zu reduzieren auf eine (anthropomorphe) Personifikation wäre nichts anderes als eine geist-lose, infantile Glaubensvorstellung; eben jenes Bild, das Gott von sich zu schaffen verbot (Ex 20,1-5). Jesus von Nazareth wollte mit dem „Vater“-Begriff kein solches Bild von Gott schaffen, sondern umgekehrt mit einem Sprach-Bild seine Gottesbeziehung vermitteln; die („väterliche“) Zuneigung Gottes nicht nur (exklusiv) zu sich, sondern zu den Menschen: „Euer Vater“ und „Unser Vater“. Menschen als Söhne und Töchter Gottes. Brüder und Schwestern des Mannes aus Nazareth, der uns einlud, seinem Beispiel zu folgen.

Ich weiß: Immer wieder versage ich, und lebe gegen die Liebe, statt in ihr. Mein Leben ist das eines Menschen. Und dennoch bin ich geschaffen zum Bilde Gottes. Möge es mir ein wenig gelingen, dieses Bild in meiner Person leben zu lassen.

Eine Skizze

 

Vielleicht kann man sich an den Gedanken gewöhnen, dass im 21. Jahrhundert es für alle Religionen an der Zeit sein könnte, vorrational-magisches Bewusstsein in rationales und transrationales Bewusstsein zu überführen.

Vielleicht kann man sich an den Gedanken gewöhnen, dass sich auch das Christentum und Christ-Sein von aller Magie befreien ließe. Dass Jesus von Nazareth nur ein Mensch war, seine Gottessohnschaft keine physische Personalisierung Gottes und keine Vergottung der physischen Person Jesu bedeutet.

Vielleicht kann man sich an den Gedanken gewöhnen, dass den dunkelhäutigen Mann aus Nazareth mit den kurzen schwarzen Haaren diese Gotteskindschaft nicht separiert. Dass dieser Mann namens Jeschua nach seinem Tod nicht leiblich auferstand und es keine physische Himmelfahrt gab.

Vielleicht könnte man sich daran gewöhnen, dass dieser junge Wanderprediger aus Nazareth eine Lehre (Botschaft) hatte, gelehrt in Worten und Lebensführung. Eine Lehre, die aus religiösen, spirituellen, psychologischen, sozialen und ethischen Elementen besteht. Eine Lehre, die selbstverständlich auch der Kultur ihrer Zeit unterlag, und der Fortentwicklung unterliegen darf (und sollte). Eine Lehre, die uns auch nötigt, selbständig nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen.

Vielleicht könnte man sich daran gewöhnen, dass dieser Jeschua eben nicht Anbetung seiner Person einforderte, sondern einlud, ihm zu folgen, zu werden wie er: Ein Sohn (oder eine Tochter) Gottes, ein Gesalbter – ein Christ(us), ein Erlöser für sich und andere. Dass er uns eine persönliche und liebende Gottesbeziehung beibringen wollte, die keine Vermittler (Priester) benötigt, und uns nicht (oder nicht nur) auf ein „Jenseits“ ausrichtet, sondern ein Leben im Hier und Jetzt und in Fülle schenken soll.

 

Vielleicht ließe sich denken,
dass Jesus von Nazareth nicht der Kern des Christentums ist,
sondern der Ausgangspunkt.

 

Und dass nach ihm andere wahre Söhne und Töchter Gottes kamen und kommen werden – auch in anderen Religionen und außerhalb der Religionen.

 

Der Kern des Christentums ist nicht Jesus,
sondern Christus.

 

Und (ein) Christus ist (potentiell) jeder Christ. Ein Kind Gottes. Sohn oder Tochter Gottes. Eins mit dem „Vater“.

Jesus Christus. Paulus Christus. Giovanni Battista Bernardone Christus. Theresa Christus. Ali Christus. Otto Christus. Britta Christus.
 

 

„Wie finden Sie das? Ist das verrückt? Sind die Mystiker und Weisen Verrückte? Weil sie immer nur Varianten derselben Geschichte erzählen, nicht wahr? Der Geschichte, daß man eines Morgens aufwacht und entdeckt, daß man eins ist mit dem Allganzen, und zwar in einer zeitlosen, ewigen und unendlichen Weise?

Ja, vielleicht sind sie verrückt, diese göttlichen Narren. Vielleicht sind sie raunende Idioten im Angesicht des Abgrunds. Vielleicht brauchen sie einen netten, verständnisvollen Therapeuten. Ja, das würde ihnen bestimmt guttun.

Aber dann, frage ich mich. Vielleicht verläuft die Evolution ja wirklich von der Materie über den Körper, den Geist und die Seele zum GEIST auf jeweils einander transzendierenden und einschließenden Stufen, die jeweils mehr Tiefe, ein größeres Bewußtsein und eine größere Umfassendheit mit sich bringen. Und vielleicht, es könnte doch sein, rührt in den höchsten Regionen der Evolution das Bewußtsein eines Menschen tatsächlich an das Unendliche, in einem vollkommenen Umschließen des ganzen Kósmos, in einem kosmischen Bewußtsein, das das Erwachen des GEISTES zu seiner eigenen wahren Natur ist.

Dies ist zumindest plausibel. Und sagen Sie mir: Ist dieses Lied, das Mystiker und Weise in der ganzen Welt singen, verrückter als das Lied des wissenschaftlichen Materialismus, demzufolge der ganze Weltengang frei nach Shakespeares Hamlet eine Geschichte ist, »die ein Wahnsinniger erzählt, voller Schall und Rauch, die nicht das geringste bedeutet«? Hören Sie doch einmal genau hin: Welches dieser beiden Lieder klingt denn nun wirklich total verrückt?

Ich will Ihnen sagen, was ich glaube. Für mich sind die Weisen die wachsende Spitze des geheimen Impulses der Evolution. Für mich sind sie die Speerspitze des Drangs zur Selbsttranszendenz, die immer über dasjenige hinausgeht, was vorher war. Ich glaube, daß sie nichts anderes als den Drang des Kósmos zu mehr Tiefe und einer Erweiterung des Bewußtseins verkörpern. Ich glaube, daß sie auf einem Lichtsstrahl sitzen, der der Begegnung mit Gott entgegeneilt.

Ich glaube, daß sie auf dieselbe Tiefe in Ihnen, in mir und in uns allen verweisen. Ich glaube, daß sie in Verbindung mit dem Weltall stehen, daß der Kósmos durch ihre Stimme singt, der GEIST aus ihren Augen leuchtet. Ich glaube, daß sie uns das Antlitz des Morgen enthüllen, daß sie uns die Augen für das Innerste unseres eigenen Schicksals öffnen, das sich schon jetzt in der Zeitlosigkeit des gegenwärtigen Augenblicks vollzieht, und in dieser aufregenden Erkenntnis wird die Stimme des Weisen zu deiner Stimme, das Auge des Weisen zu deinem Auge; du redest mit Engelszungen und bist vom Feuer der Erkenntnis entzündet, die niemals anfängt und niemals aufhört. Du erkennst dein eigenes wahres Antlitz im Spiegel des Kósmos selbst: Deine Identität ist wahrhaftig das Weltall, und du bist nicht mehr Teil dieses Stroms, du bist dieser Strom in einem Weltall, das sich nicht um dich, sondern in dir entfaltet. Die Sterne leuchten nicht mehr irgendwo dort draußen, sondern hier im Inneren. Supernovae flammen in deinem Herzen auf, und die Sonne scheint in deinem Gewahrsein. Weil du alles transzendierst, schließt du alles in dir ein. Es gibt hier kein endgültiges Ganzes mehr, nur einen endlosen Prozeß, und du bist die Öffnung, die Lichtung oder die reine Leerheit, in der sich der ganze Prozeß entfaltet – endlos, wunderbar, unaufhörlich, leicht.

Das ganze Spiel ist ausgelöscht, dieser Alptraum der Evolution, und du bist genau da, wo du vor Beginn dieser ganzen Show warst. Im Schock der plötzlichen Erkenntnis des ganz Offensichtlichen siehst du dein eigenes ursprüngliches Antlitz, das Antlitz, das du vor dem Urknall hattest, das Antlitz der äußersten Leerheit, die als die ganze Schöpfung lächelt und als der ganze Kósmos singt – und all dies ist in diesem Urerkennen ausgelöscht, und es bleibt nichts zurück als das Lächeln und die Spiegelung des Mondes auf einem stillen Teich, tief in einer kristallklaren Nacht.“

Ken Wilber, Eine kurze Geschichte des Kosmos, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1997/2011, S. 68 f.

***

Bei aller Kritik, die man vielleicht in einzelnen Punkten an Ken Wilbers Denken und Werk vorbringen mag, scheint mir seine Integrale Theorie die plausibelste und brauchbarste philosophische „Theorie von Allem“ der heutigen Zeit zu sein. Jedem, der „an allem“ interessiert ist, an Naturwissenschaft wie an Geisteswissenschaft, an Kunst, Philosophie, Religion und Philosophie, an der Entwicklung und Evolution seiner eigenen Person, seines eigenen Lebens, der Welt und seiner Bewohner, und schließlich an der Suche nach dem Einigenden all dessen, empfehle ich ohne Einschränkung, sein wichtigstes Werk »Eros, Kósmos, Logos« zu lesen, und alternativ – oder am besten zusätzlich – die leicht verständliche Zusammenfassung »Eine kurze Geschichte des Kosmos«.

Ich wünsche dir, wie ein die Stille liebkosender Hirte sein zu können, der wachend über das ihm anvertraute Leben im leisen Rauschen des nächtlichen Windes den Gesang von Engeln und das Flüstern von Boten der Gnade zu vernehmen vermag.

Ich wünsche dir, wie ein seine Schätze verschenkender Weiser aus einem unbekannten Land der Seele sein zu können, der staunend in den leuchtenden Sternen des sich weitenden Alls den Weg zur Geburt des Göttlichen in der Welt zu finden vermag.

Ich wünsche dir, wie eine die Jungfräulichkeit ihres Herzens bewahrt habende Frau sein zu können, wie ein durch liebende Treue die seelentötende Härte gesellschaftlicher Erwartungen brechender Mann, die das wärmende Geschenk der Menschwerdung an eine erkaltende Welt anzunehmen und zu behüten vermögen.

Ich wünsche dir, wie unsere nichtmenschlichen Brüder und Schwestern sein zu können, die in den Momenten ihres Einfach-nur-Daseins, ohne Tun und Haben, ohne Wissen und Denken, umfangen sind von Frieden und Freiheit göttlicher Nähe.

 

Paul Gaugin Geburt Christi (Ausschnitt)

 

Ich wünsche dir, ein Mensch sein zu können, der in der Geistesenge und Gefühlsarmut einer berechnenden, Leistung, Stärke und Selbstbehauptung einfordernden, Visionen vernichtenden „Wirklichkeit“, in welcher Schutz und Geborgenheit Suchende offenen und verletzbaren Herzens nur im Verborgenen und ansonsten keinen Platz finden, an die Wahrheit eines Traumes zu glauben, an die Wahrheit einer Hoffnung, an die Wahrheit einer bedingungslosen Angenommenheit, an die Wahrheit einer lebendigen, friedvollen Weite, an die Wahrheit eines und deines Herzens und seiner Schönheit,

an die Wahrheit,
dass allein in dem, was aus der Liebe erwächst,
Gott sich an die Welt verschenkt,

an die Wahrheit,
dass allein in der Liebe Gott Mensch
und der Mensch menschlich wird.

 

Paul Gaugin Geburt Christi

Paul Gaugin: Geburt Christi

Aus meinem tiefsten Innern wende ich mich dir zu.
Vernimmst du den Gesang meiner Seele,
bemerkst du mein Sehnen?
Du löst mein Tun,
schenkst liebend Stille.
Ich hoffe auf deinen Kuss,
vertrauend in meinem Warten,
wie die Nacht vertaut
auf den kommenden Kuss der Morgensonne.
Deine Nähe ist Frieden,
deine Berührung ist Liebe.
In dir werde ich still.

Nach Psalm 130

 

Ich bin Mystiker,
und kein Fürwahrhalter.

Mein Glaube ist vor allem ein Vertrauen
in die erfahrbare liebende Mitte des Menschen,
die ich Gott im Menschen nenne,

und die Vision einer zärtlicheren Welt.

 

(Notizbucheintrag)

 

 

Ich erhielt den Hinweis, dass gelegentlich anderenortes kritische Kommentare zu religiösen/spirituellen Themen unter dem Namen Stefan Kraus gepostet werden.

Wenn Zweifel bestehen, ob Kommentare von mir sind (und nicht von der anderen Person gleichen Namens), kann man mich über das Kontaktformular im Impressum kontaktieren. Einige Leser/innen haben auch meine private E-Mail-Adresse und können mir selbstverständlich direkt schreiben.

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Foto: Stefan Kraus 2013

The eternal source of love
Was implanted
In every part of existence
The desire for another

Though night and day
Outwardly appears enemies
Yet both serve one purpose
Each seeking the other

Yusuf Islam – Whispers From A Spiritual Garden

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