Ich wünsche dir, wie ein die Stille liebkosender Hirte sein zu können, der wachend über das ihm anvertraute Leben im leisen Rauschen des nächtlichen Windes den Gesang von Engeln und das Flüstern von Boten der Gnade zu vernehmen vermag.

Ich wünsche dir, wie ein seine Schätze verschenkender Weiser aus einem unbekannten Land der Seele sein zu können, der staunend in den leuchtenden Sternen des sich weitenden Alls den Weg zur Geburt des Göttlichen in der Welt zu finden vermag.

Ich wünsche dir, wie eine die Jungfräulichkeit ihres Herzens bewahrt habende Frau sein zu können, wie ein durch liebende Treue die seelentötende Härte gesellschaftlicher Erwartungen brechender Mann, die das wärmende Geschenk der Menschwerdung an eine erkaltende Welt anzunehmen und zu behüten vermögen.

Ich wünsche dir, wie unsere nichtmenschlichen Brüder und Schwestern sein zu können, die in den Momenten ihres Einfach-nur-Daseins, ohne Tun und Haben, ohne Wissen und Denken, umfangen sind von Frieden und Freiheit göttlicher Nähe.

 

Paul Gaugin Geburt Christi (Ausschnitt)

 

Ich wünsche dir, ein Mensch sein zu können, der in der Geistesenge und Gefühlsarmut einer berechnenden, Leistung, Stärke und Selbstbehauptung einfordernden, Visionen vernichtenden „Wirklichkeit“, in welcher Schutz und Geborgenheit Suchende offenen und verletzbaren Herzens nur im Verborgenen und ansonsten keinen Platz finden, an die Wahrheit eines Traumes zu glauben, an die Wahrheit einer Hoffnung, an die Wahrheit einer bedingungslosen Angenommenheit, an die Wahrheit einer lebendigen, friedvollen Weite, an die Wahrheit eines und deines Herzens und seiner Schönheit,

an die Wahrheit,
dass allein in dem, was aus der Liebe erwächst,
Gott sich an die Welt verschenkt,

an die Wahrheit,
dass allein in der Liebe Gott Mensch
und der Mensch menschlich wird.

 

Paul Gaugin Geburt Christi

Paul Gaugin: Geburt Christi