Es ist dieser Morgen. Ich setze meine Brille ab, und sehe klar. Sah ich je so klar? Ich bin dieser Morgen.

Ich bin die kühle Luft und ich bin der wärmende Sonnenstrahl.

Ich bin das schön gefärbte Herbstlaub und ich bin ein Straßenschild.

Ich bin der tote Vogel in seinem kalten Grab und ich bin die Kraft die ihn tötete.

Ich bin der lachende Gruß des Bekannten und ich bin der Zorn des Rasers.

Ich bin die Tränen, die ich gestern vergoss, und ich bin die Tränen, die du morgen weinst.

Ich bin der ausgeschlafene Hund auf der anderen Straßenseite und ich bin der Hundehaufen vor meinen Füßen.

Ich bin der Glanz in deinen Augen und ich bin die Stumpfheit des Schlachters.

Ich bin die Verwirrtheit und ich bin die Klarheit.

Ich bin der fanatisch Gläubige und ich bin die göttliche Weisheit.

Ich bin das uferlose Wissen und ich bin die grenzenlose Dummheit.

Ich bin Buddhas Zahnweh und ich bin die Gnade.

Ich bin ein schreiendes Neugeborenes und ich bin der Tumor in der Raucherlunge.

Ich bin der Kreuzigende und ich bin der Gekreuzigte, ich bin Satan und ich bin Christus.

Ich bin ein Zufallsprodukt eines gleichgültigen Universums und ich bin die von Gott gewollte Unersetzlichkeit.

Ich bin die Vergangenheit und ich bin die Zukunft, ich bin ein Sekundenzeiger und ich bin die fünfte Dimension, ich bin alle Zeit und ich bin die Zeitlosigkeit.

Ich bin der Duft meiner Geliebten und ich bin der Gestank der öffentlichen Toilette.

Ich bin nichts, und ich bin alles.

Wenn ich nichts bin, bin ich alles.

Seltsam.

Ich bin die Seltsamkeit und ich bin Stefan.

Liebe ist nicht teilbar.

Ich liebe dich.

 

PS: Es ist schwer für mich, diese Zeilen auszuhalten. Ich weiß: Damit ist der Zeitpunkt (m)einer Umkehr gekommen. Wie klein ich bin, wie groß Gott…