Wie fast jeden Sonntag hörte ich mir auch vorgestern im Radio auf NDR Kultur die Reihe Glaubenssachen an. Diesmal ging es um Gottesglaube und Spiritualität Rainer Maria Rilkes: „Ich kreise um Gott, um den uralten Turm“.

Rilke, ja, ich erinnere mich, Rilke… Als junger Mann hatte ich zutiefst fasziniert und berührt Rilkes „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ gelesen, und später dann Gedichte von ihm…

Gestern Abend war ich nur kurz im Internet, wegen irgendeiner Suchanfrage, die nichts mit Rilke zu tun hatte. Und doch stieß ich dabei auf das obige kleine Video mit einer Vertonung des Gedichtes „Wenn es nur einmal so ganz stille wäre“ aus Rilkes „Vom mönchischem Leben“. Was mich zunächst daran überraschte, war die in dem Video verwendete Musik. Ich schrieb sie 1987 während meines Kompositionsstudiums („Klang des Wassers“ aus „Haikus“). Was mich dann aber noch mehr überraschte, war das, was die Verknüpfung gerade dieses Textes mit meiner Musik in mir auslöste…

„Wenn es nur einmal so ganz stille wäre. Wenn das Zufällige und Ungefähre verstummte…“

Die kleine Reihung des Zufälligen rund um Rilke hin zur mir: Sie hat mir etwas zurückgebracht. Und das ist nicht meine kleine Musik.

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