„Die Verhaltensforschung und die Hirnpsychologie, die Kulturanthropologie und die Abstammungslehre sagen uns heute, daß wir als Menschen unseren älteren Geschwistern, den Tieren, sehr viel verdanken. Eugen Drewermann: »Kein Problem des menschlichen Daseins: weder Krieg noch Kriminalität, aber auch kein wirklich starker Faktor des menschlichen Zusammenlebens, weder Familiengründung noch Kinderaufzucht sind zu verstehen ohne das Echo aus den 250 Millionen Jahren der Säugetierentwicklung in den Schichten des Zwischenhirns in unseren Köpfen.« (…) Weil wir nicht wissen, woher wir kommen, wissen wir auch nicht, wer wir sind, und weil wir nicht wissen, wer wir sind, tun wir auch nicht, was wir wissen. (…) Das Einheitserlebnis aller Mystiker aller Religionen ist, daß sie das Göttliche in allem erkennen, auch in Tieren und Pflanzen. (…) Gott ist in allem, und alles ist in Gott. (…) Eine panentheistische Tiefenerfahrung ist eine tiefenökologische Erfahrung. Ehrfurcht und Staunen sind der Beginn der Weisheit. (…).“

Aus: Franz Alt: Der ökologische Jesus – Vertrauen in die Schöpfung, Lizenzausgabe RM Buch und Medien Vertrieb GmbH 1999, S. 291 ff.

Zu Beginn des Buches schreibt Alt: „Die Umweltkrise ist eine Innenweltkrise. In der Schule Jesu und in der Schule Buddhas können wir lernen, daß unsere äußeren Krisen nur von innen her zu lösen sind.“ (a.a.O. S. 17). Auch wenn diese beiden Schulen nur exemplarisch genannt sind, und – wie bereits die Praxis zeigt – nicht zwangsläufig in die Sichtweise Alts (oder eines Mystikers) führen, so geht es im Grunde doch darum, dass die Lösungen der großen Krisen der Gegenwart zuallererst im Innern des Menschen ansetzen müssen.

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