Würde ich nach Assisi reisen,
würde ich zum Vater beten, den Liebenden.
Würde ich nach Haifa reisen,
würde ich zu Adonai beten, den Herrn, der das (Lebens-)Gesetz gab.
Würde ich nach Medina reisen,
betete ich zu Allah, den Allbarmherzigen.
Würde ich nach Bhopal reisen,
betete ich zu Brahma, Vishnu und Shiva, zu Schöpfer, Erhalter, und Zerstörer.
Würde ich nach Kyoto reisen, würde ich mich vor Hachiman verneigen.
Reiste ich nach Nigeria,
würde ich Olorun gedenken,
oder in Australien Byamee und Yhi.
Stets würde ich mich dabei zu Gott wenden.

Vor vielen Jahren sagte in einer Predigt unser damaliger Pfarrer – Gott habe ihn selig -, dass die Menschen in ihren Religionen nicht an den selben Gott glauben würden. Aber ich glaube, dass das so nicht stimmt. Sie glauben lediglich an unterschiedliche Aspekte Gottes, die sie mehr oder minder als Wesen Gottes in ihrem Glauben und ihrer Religion in den Vordergrund stellen.

Sommerzeit – Urlaubszeit – Reisezeit. Viele Menschen reisen nun in weit entfernte, oft exotische Länder. Viel Ungewohntes wird ihnen begegnen, auch fremd anmutende Religionen. Wie oft ist uns das Unterschiedene in der Fremde ein anziehendes Erlebnis, doch in der Heimat Anlass für Distanzierung und Ablehnung…

So leicht wir die Götter, die unterschiedlichen Aspekte Gottes, zu Intoleranz und Feindseligkeit missbrauchen können, so leicht kann uns auch der Blick auf den
einen(den) Gott, den in uns allen gleichen Seelengrund, in Toleranz und Frieden führen...


..
Auch ich trete nun meinen Urlaub an und werde mich eine Weile nicht melden.

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