Im Winterwind winken die Bäume Gott zu.
Aber zum zurückwinken hat Gott gerade keine Zeit.
Der Winter ist nämlich Gottes Dunkelkammer.
Da entwickelt er die Bilder für’s nächste Frühjahr:
Bilder von bunten Blumen und grünen Wiesen.

Manchmal, wenn das Winterwetter zu schlecht ist,
zieht Gott sich schon mal die Winterwolkendecke
bis über die Nasenspitze,
und legt sich schlafen.

Dann träumt Gott,
wie er als Jesus über’s Wasser schreitet,
oder auch nur als Schwan darüber gleitet,
was ein Reim ist.

Dann bekommt Gott gar nicht mit,
dass das Wasser im Winter da draußen gefroren ist,
und ganz andere darüber schreiten,
manchmal auch ausgleiten,
was nochmal ein Reim ist,
und lebensgefährlich.

Dann wünschen sich die still Schreitenden,
die manchmal unsanft Ausgleitenden,
dass Gott bald mal aufwacht,
und das Eis wieder aufmacht.

Bunte Bilder aus Gottes warmer Werkstatt
sind irgendwie besser
als bunte Hämatome.

Glaub‘ ich.

(Vielleicht ist das ein bisschen eine Antwort auf Yotins Challenge. Möglich ist aber auch, dass da noch ein paar weniger vorschnelle Intuitionen in meinem Kopf aufdämmern. Warten wir hierzu aber das nächste Frühjahr ab.)

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