Gott schläft im Stein,
träumt in der Pflanze,
rührt sich im Tier
und erwacht im Menschen.

Ali Ibn al-Arabi

Wenn wir über eine Amöbe staunen, welches Wunder der Schöpfung sie doch ist, dann liegt das Staunen nur in uns selbst. Es ist unser Geist, der ihr Dasein zu einem Wunder macht. Wenn wir den göttlichen Funken in einem Menschen durch dessen Liebe oder Gutsein erkennen, oder wenn wir den göttlichen Funken in der Natur durch ihre Ästhetik erkennen, dann spiegeln wir letztlich nur den göttlichen Funken in uns selbst.

Nirgends anders als in uns selbst können wir den göttlichen Funken finden.

Haben wir den göttlichen Funken in uns gefunden und genutzt zur Erhellung der Seele, dass sie so hell wird wie ein brennender Dornbusch in der Wüste,

dann schaut Gott durch unsere Augen auf sich selbst.

Er sieht sich im Stein schlafen, er sieht sich in der Pflanze träumen, er sieht sich im Tier rühren, und er sieht sich als im Menschen erwacht.

„Ich bin“ nennen manche Mystiker das.

 

Ich bin der Stein, ich bin die Pflanze, ich bin das Tier, ich bin das All, ich bin. Ich erkenne die Schöpfung im Einen, den Stein, die Pflanze, das Tier und mich. Ich erkenne mein Ich, das nicht ist, das Ich bin ist.

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