Dass Meditation und mystische Erfahrung keine „Einbildungstätigkeit“ sind, sondern auch mit messbaren gehirnphysiologischen Vorgängen korrelieren, hat die Gehirnforschung bereits in verschiedenen Studien festgestellt. Es ist naheliegend anzunehmen, dass der mystische Erfahrung auslösende „Systemprozess“ oder „-zustand“ im Gehirn nicht nur durch meditative Übung eingeübt und erreicht werden kann, sondern auch z.B. „zufällig“, unwillkürlich eintreten kann („von Gott überfallen“), in manchen Gehirnen möglicherweise besonders prädisponiert ist („mystisches Talent“), oder aber auch pathologisch initiiert werden könnte – ohne dabei selbst pathologisch sein zu müssen, etwa analog zu den enormen geistigen Befähigungen von Savants: Fähigkeiten, die zwar autistisch bedingt sind, jedoch selbst nicht als krankhaft gelten. Für letzteres, also die Möglichkeit der Auslösung mystischer Erfahrung durch Krankheit, spricht z.B. die Beobachtung, dass Patienten mit Psychosen des schizophrenen Formenkreises in Hochphasen eine „unio mystica“ erleben können (lesenswert: Ronald Mundhenk, „Sein wie Gott, Aspekte des Religiösen im schizophrenen Erleben und Denken“, Paranus Verlag). Ein anderes Beispiel bietet die Hirnforscherin Jill Bolte Taylor, bei der ein Schlaganfall eine ihr Leben verändernde mystische Erfahrung auslöste. Es lohnt sich unbedingt, die 18 Minuten zu investieren und ihren begeisternden Worten zuzuhören:

Deutsche Untertitel sind unten links zuschaltbar („subtitels“).

Das Video kann auch direkt angesehen werden bei TED.
Danke an tom-ate für den Hinweis auf dieses Video.

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