Zur Zeit beschäftigt mich der Gedanke, ob mystische Erfahrung ohne geeigneten Kontext nicht wie ein Haus ohne Dach und Wände, oder wie eine Brücke ohne Ufer ist.

Klassischerweise stellen die Religionen der Mystik den Kontext, jedoch kann auch durchaus ein metareligiöser, transkonfessioneller oder philosophischer Kontext geeignet sein, den der mystischen Erfahrung immanenten Impuls aufzunehmen, und das Rad in Bewegung zu setzen – spirituell lebendig in allem Alltag.

Sicher: die Kontexte sollten der Mystik auch den Raum zur Entfaltung zugestehen, selbst wenn das rollende Rad am Ende die Grenzen des Kontextes durchbrechen sollte.

Fehlende (ich zweifle, ob das möglich ist), zufällige, diffuse oder unbestimmte Kontexte hingegen, so scheint mir, lassen den Impuls eher im Vakkuum implodieren.

Sollte dies so sein, stellt sich möglicherweise die Frage nach Kultivierung, Pflege und Entwicklung der Kontexte neu – oder anders.

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