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«Das Wissen von Gott und seinen Geboten ist immer menschliches Wissen und als solches veränderlich und niemals absolut.»

Mohammad Mojtahed Shabestari, schiitischer Theologe und Philosoph

Shabestari sagt übrigens auch:

“Nach meiner Interpretation sind Koran und Sunna nicht die Quellen des Glaubens für einen Muslim. (…)  Nach islamischer Auffassung hat jeder Mensch von seinem Wesen aus einen Weg zu Gott. Egal ob mit Offenbarung oder ohne. Einfach durch seine Fitra, also sein Wesen. Die Offenbarung ist eine Unterstützung für diesen vernünftigen Weg zu Gott, und um diese Erkenntnis des vernünftigen Gottes zu festigen. (…)  Das bedeutet nicht, das Offenbarung nicht wichtig sei, aber es bedeutet, dass der Kern des islamischen Glaubens nach den islamischen Quellen selbst zwischen Mensch und Gott vorhanden ist, egal ob mit Offenbarung oder ohne.”

Quelle: Qantara.de

“Küssend verehrte er dort Steine, obwohl er ein Prophet war. Welches ist schließlich der Rang des mekkanischen Tempels im Vergleich mit dem Werte des Menschen! Mein Herz ist für jede Form (des Glaubens) aufnahmefähig geworden. Es ist daher ein Weideplatz für indische Weisheit, ein Kloster christlicher Mönche. Ein Tempel für Götzen, eine Ka‘ba für einen muslimischen Pilger, die Gesetzestafeln der Thora und die Buchrolle des Koran. Ich hänge der Religion der mystischen Liebe an. Wohin auch immer deren Kamele ihren Weg nehmen! Dieses ist meine Religion und mein Glaube!”

Ibn-Arabi (1165 – 1240)

Ein Jahr des Friedens wünsche ich dir.

Seelengrund begibt sich nun in eine Blogpause.

Dem vorangegangenen Video über Jill Bolte Taylor sei ein altes Gedicht des Mystikers Rumi zur Seite gestellt. Man möge selbst vergleichen…

Es ließe sich Fragen, ob die heiligen Schriften der Religionen dergestalt Gottes Wort sind, wie viele Gläubige – vielleicht die meisten - sie verstehen: Getrennt und unabhängig von ihnen selbst als Gottes Rede. Glaube zeigt sich hier als Glaube an die Wahrheit äußerer Texte; und welcher Art diese Wahrheit sei, versucht die Theologie zu ergründen. Aus diesen Texten und ihren durch die Gelehrten und Theologen bestimmten Wahrheiten leiten die Religionen ihre Daseinsberechtigung, ihre Regeln und Gesetze, Gebote und Verbote ab.

Es ließe sich aber auch fragen, ob Gott nur dann in diesen – von Menschen geschriebenen - Texten spricht, wenn sie im Lesenden eine religiöse oder spirituelle Erfahrung hervorrufen. Ist der Kern des Glaubens denn nicht ein innerer Akt der Begegnung zwischen Mensch und Gott?

(Anmerkung: Eine Frucht besteht nicht nur aus ihrem Kern. Religion und Theologie können zur Reife des Fruchtfleisches beitragen.)

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