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“Es war ein Strom mystischer Einsfühlung,
in den nicht nur die Mitmenschen,
sondern alle Kreaturen (…)
mit einbeschlossen waren.”

Aus: Der Liebhaber der Armut
in: Franz von Assisi – Geliebte Armut
Hrsg. Thomas und Gertrude Sartory
Herder Spektrum 1991. S. 19

“Kein Wunder, daß das Feuer und andere Geschöpfe
ihm willfährig waren und ihre Ehrfurcht vor ihm bekundeten;
denn wir, die wir mit ihm zusammenlebten, haben oft gesehen,
wie er sie innig liebte und Freude an ihnen hatte
und wie er ihretwegen im Geist von zartem Mitleid gerührt war,
wenn er mitansehen mußte, daß man sie grob behandelte.
Er pflegte mit ihnen in sichtbarer Herzensfreude zu reden,
als würden sie Gott empfinden, verstehen und von ihm reden,
und oft ward er bei solchem Anlaß in Gott entrückt.”

Aus: Spiegel der Vollkommenheit
in: Franz von Assisi – Geliebte Armut
a.a.O. S. 103

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Gott

hört nicht auf

mich anzulächeln.

“Denn einzig den Liebenden verdichtet sich in der Gegenwart des anderen so sehr alle Bedeutung des Lebens und aller Wert der Welt, daß sie schon hier auf Erden vermeinen, in seiner Nähe dem Himmel nahe zu sein; einzig den Liebenden erscheint die Anwesenheit des anderen wie die Barke der Sonne am Gestade der Ewigkeit zur Überfahrt in die nie verlöschende Welt des Lichts; und einzig die Liebenden werden sich fühlen, wie wenn über den Jaru-Feldern des Himmels an den Ufern des überirdischen Nils die Sonne im Singen der Sphären sich zu einem unvergänglichen Morgen erhöbe ohne Mühsal und Plage. (…) Für einen jeden Menschen, der liebt, erscheint der andere wie das kostbarste Kunstwerk des Himmels, wie das vornehmste Abbild des Göttlichen, wie ein Sakrament, dessen leibhaftige Erfahrung alle Seligkeit des Paradieses verheißt und vorwegnimmt. (…)

Immer sind wahrhaft religiöse Lieder Liebeslieder, und immer auch sind wahre Liebeslieder an die Macht der Liebe im Hintergrund alles Geschaffenen gerichtet. Unser Herz besitzt offenbar nur diese eine Kraft, die durch das Tal der Bedürftigkeit in der Gestalt eines einzelnen menschlichen Gegenübers sich in das Meer der Unendlichkeit verströmen will, und jede Unterdrückung der Liebe, so fromm und moralisch, so rein und heilig, so sittsam und sittig sie sich auch gerieren mag, ist immer auch eine Form der Gottesverleumdung und Gottesverleugnung. (…) Alle Schönheit des Himmels, alle Güte der Welt, aller Segen des Göttlichen versammelt sich in dem Menschen, den wir am meisten lieben. (…) Allein in der zauberischen Magie der Liebe fließen einem Menschen Kräfte zu, durch die die ganze Welt sich wandelt. Immer wird daher in der Gestalt eines Menschen der Liebe etwas vom Wesen des Göttlichen sichtbar (…).”

Eugen Drewermann: Dein Name ist wie der Geschmack des Lebens, Herder Spektrum, Freiburg 1986/1992, S. 74 ff.

Wie die wärmenden Sonnenstrahlen
an einem Frühlingsmorgen
beginnt Gottes Licht zu scheinen
gegen die Kälte der Welt.

Möge dein Dasein
in ihm erblühen.

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Meine Internetpause wird noch eine Weile andauern. Ich bitte um Verständnis.

© Stefan

 

 

 

Als Kind

kennst du

die Hoffnung

noch nicht.

 

 

Als alter Mensch

kennst du

die Hoffnung

oft nicht mehr.

 

 

Was liegt für dich dazwischen?

 

Gott liebt dich.

Jeden Tag.

Vorgestern war ein kalter, windiger und regnerischer Tag. Wieder einmal musste ich berufsbedingt einen landwirtschaftlichen Betrieb besuchen. Draußen vor den Stallungen waren die Kälberboxen aufgestapelt. Die vor wenigen Tagen von ihren Müttern getrennten Kälber zwängten darin ihre Köpfe durch die Gitterstäbe, im Versuch, wenigstens ein klein wenig Körperkontakt zu Artgenossen zu erlangen.

Einige von ihnen, die weiblichen Kälber, werden schon bald auch in den Ställen stehen und für nur wenige Jahre Milch produzieren, bis sie sich nicht mehr rentieren und geschlachtet werden. Die meisten männlichen Kälber werden bereits in einigen Tagen, spätestens in wenigen Wochen getötet. Sie wurden geboren, damit ihre Mütter Milch produzieren.

Wieder einmal ließen mich die Bilder von den Kälbern in den engen Boxen nicht los. Soviel sinnloses Leiden und Sterben für die unnötigen Milch-, Fleisch- und Lederprodukte einer übersättigten Wohlstandsgesellschaft…

Und wieder einmal forschte ich dann viele Stunden, was die Religionen dieser Welt zu unserem Umgang mit den Tieren sagen. Aber gleich, auf was ich stieß: Immer, wenn es um den Einbezug der Tiere in die Liebe Gottes, um Vegetarismus/Veganismus in den Religionen oder der Spiritualität ging, wurden einzelne Stellen aus den heiligen Schriften bemüht, nicht selten auch aus dem Zusammenhang gerissen oder gar verdreht, wurden Empfehlungen, Gebote und Gesetze angeführt oder Aussprüche berühmter Persönlichkeiten, Heiliger und spiritueller Führer zitiert.

Es scheint nicht zu genügen, sich einfach nur zu öffnen und Mitgefühl auch für unsere nicht-menschlichen Mitgeschöpfe zu entwickeln.

Es scheint nicht zu genügen, dass Gott nach der Liebe und Barmherzigkeit in unseren Herzen fragt.

Erinnern wir uns denn nicht mehr an das Versprechen, das unsere Seele Gott gab, als er uns berührte?

Nur der Kopf kennt Freiheit,
das Herz kennt sie nicht.

Nur der Kopf nennt Freiheit,
was des Herzens Schwäche ist.

Wenn zwei Menschen sich ineinander verlieben, dann durchdringt diese Liebe jede Faser ihrer Körper und ihrer Seelen, beherrscht ihre Gedanken und ihre Gefühle, senkt unbändiges Verlangen und eine tiefe Sehnsucht nach dem Anderen in ihr Herz. Sie haben keine Wahl, keine Freiheit, dieses Verliebtsein und diese Liebe in ihren Herzen an- oder abzuschalten.

Nur gelegentlich scheint die Liebe nicht stark genug, das Herz zu schwach, um sich gegen den manchmal überhand gewinnenden Willen des Egos durchzusetzen. Der Verstand wähnt sich frei, beginnt Ansprüche zu stellen und Ungehaltenheit zuzulassen. Doch nach diesen flüchtigen Momenten, in denen das Ego sich aufbläht und die Liebe zudeckt, kehrt leise der Klang deines Herzschlags zurück, wie ein Trommler, der beharrlich den Rhythmus deines wahren Seins schlägt, wie laut du dich dagegen auch manchmal wehren magst. Dann erkennst du den Schaden, und bereust. Du hast dir selbst eine Wunde zugefügt, indem du dich auflehntest, die Liebe und den Geliebten verleugnetest, Schaden in Kauf nahmst um eines flüchtigen Vorteils willen zugunsten deines Egos. Doch jede Wunde am Anderen ist auch deine Wunde. Denn in der Liebe beginnen sich die Grenzen zwischen Ich und Du und Wir aufzulösen. Nein, eine wirkliche Wahl, eine Freiheit hast du nicht, dich für oder gegen diese Liebe zu entscheiden. Immer, wenn du dich gegen sie entscheidest, wird es auch dir am Ende schlecht gehen.

So ist es auch mit der Liebe Gottes, die in manchen Momenten eines Menschen Herz weit aufreißen kann und sich dauerhaft manifestiert in der Liebe jenes Menschen zu Gott, in seinem unbändigen Verlangen und der tiefen Sehnsucht nach dem Geliebten. Auch, wenn das Herz immer wieder schwach sein wird, das Ego sich aufbläht und die Liebe zudeckt.

Ein von Gott berührtes Herz
wird niemals mehr ein freies sein.

Das ist Dienerschaft Gottes. Nicht aus Zwang, nicht aus religiösem Gesetz oder Gebot, nicht aus freiem Willen. Sondern aus Liebe.

In Spanien hat vorgestern ein Bulle während eines Stierkampfes die Absperrungen zu den Zuschauerrängen durchbrochen und mehr als 30 Besucher verletzt.

Den verletzten Menschen wünsche ich, sie mögen bald wieder gesund werden. Um den Stier trauere ich.

Gott, senke deine Liebe in mich,
damit ich an einer Welt mitwirke,
in der meine menschlichen Brüder und Schwestern
nicht länger
meine nichtmenschlichen Brüder und Schwestern
leiden und sterben lassen.

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